„Nach Feierabend zwei Imbisse hochgezogen…“
Wie der Ingenieur Jörg Franke aus Mörfelden Walldorf mit Hilfe von imbisskult.de erfolgreich in die Imbissbranche einstieg.
Eines Tages in der Frankfurter Innenstand stand da ein Mensch mit einem Grill um den Bauch geschnallt und verkaufte Würstchen, ein sogenannter Grillwalker. Meine Neugier, Wurst zu verkaufen wuchs wieder. Denn mit meinem Vater wollte ich in jungen Jahren einen Imbiss eröffnen, doch leider kam es nie dazu. Daher verfolgte mich dieser Jugendtraum ein ganzes Leben.
Als Mitglied der Geschäftsleitung in einem Ingenieurbüro verfüge ich finanziell über den Luxus, keinen Cent mit einem Imbiss wirklich verdienen zu müssen. Das macht das ganze Vorhaben erheblich entspannter.
Nach monatelanger Recherche im Internet, viel auf der Seite imbisskult.de, war klar, dass zunächst alles nur über eine Reisegewerbekarte funktionieren würde. Ich machte mir Gedanken was, ich zuerst benötige. Ich suchte einen Verkaufswagen. Nachdem ich fast einen Verkaufsanhänger gekauft habe, fiel mir dann aber Gott sei Dank noch ein, dass meine Frau ja den Imbiss betreiben muss und dass ich ihr nicht zumuten kann mit einem Anhängergespann auf Wochenmärkten herum zu rangieren. Also war klar, wir brauchen einen Selbstfahrer. Den fand ich dann ebenfalls auf imbisskult.de.
Die meisten Sorgen machte ich mir allerdings darüber, einen 1a Standplatz zu bekommen. Auch hier war mir bewusst, Jörg, das dauert, das findest Du nicht von heute auf morgen, nimm lieber zunächst das, was du kriegen kannst. Nach nächtelanger Internetsuche fand ich dann ein Platzangebot auf einem Wochenmarkt mit 10 Ständen, 80 km von zu Hause entfernt.
Was wollte ich eigentlich verkaufen?
Als Junge aus dem Ruhrpott habe ich schon immer Pommes und Currywurt geliebt, wenn auch nicht oft gegessen. Ganz spontan entschied ich mich das Warenangebot knapp zu halten, dafür aber bestechend gut, das sollte mein Konzept sein.
Wir hatten also nun Wagen, ich bekam auch den Zuschlag für den Standplatz in Hockenheim auf dem Markt, ich wusste was ich verkaufen wollte ich hatte nur noch überhaupt keine Ware.
Ich ließ mir also von verschieden Herstellern Wurstangebote zuschicken, testete sie mit Freunden, die alle ebenfalls Wurst lieben auf Geschmack und Konsistenz, kaufte überall ein, – aber wirklich keine Wurst war uns gut genug.
Eines war klar, „meine“ Würstchen müssen so wenig Zusatzstoffe wie möglich haben, nicht weil ich ein Öko bin, sondern weil ich dachte, dass das verkaufsfördernd sein könnte.
Der erste Verkaufstag rückte näher und ich hatte immer noch keinen Wurst-Lieferanten. Um sicher zu gehen fuhr ich drei Wochen vorher zu dem Markt, um mir die Location und die Stände, die schon da waren, anzuschauen. Ein Metzger war auch da. Ich sprach ihn an, die Wurst war lecker, er nannte mir seinen Preis und ich musste mich von meiner Idee verabschieden, eine Bratwurst für 2 Euro verkaufen zu können.
Verzweifelt fuhr ich durch unsere kleines Örtchen und hatte noch immer keine vernünftige Wurst, denn die Wurst ist doch der Hauptbestandteil meines Imbisses und die Qualität muss 100 Prozent sein. Ich entdeckte eine Metzger, den ich bisher noch nicht kannte Wir kamen ins Gespräch, er gab mit Brat- und Rindswurst zum Testessen mit, er nannte mir seinen Preis und heute ist diese Wurst mein Verkaufsschlager. Meine Geduld und Beharrlichkeit haben sich gelohnt.
Nun fehlten noch Pommes und Soße. Zu einer richtig guten Currywurst kann man doch keine TK-Pommes mit anbieten, so war meine Auffassung. Ich wusste nicht mal warum? Nur so ein Gefühl. Ich habe mich für frische Pommes entscheiden und die Kunden danken es mir. Ein bisschen Glück braucht man natürlich auch.
Ich ging in ein Geschäft, die gekühlte Pommes hatten, ich kaufte sie und war begeistert, nicht nur vom Geschmack, sondern auch vom Aussehen. Ach ja, das Wichtigste zum Thema Pommes hätte ich ja fast vergessen: Das Pommesfett. Da ich mich zuhause selbst nur mit gesunden Omega³- Ölen und Fetten versorge hab ich mich auf die Internetrecherche „Pommesfett“ begeben.
Thema: Öl
Blockfett schied sofort aus: ungesund. Halbflüssiges oder flüssiges? Ich habe dann einen sehr interessanten Artikel über flüssiges Fett gefunden. Man versprach längere Standzeiten, annähernd geruchneutral und das war genau das was ich gesucht habe. Ich hasse diesen fiesen, eindringlichen Pommesbudenfettgeruch. Ich traf mich mit einem Vertreter und wir einigten uns sehr schnell. Der Ölpreis ist zwar recht teuer, aber dafür die Lieferung frei Haus, bei keiner Mindestbestellmenge. Ich testete und ich kann nur sagen: Die Pommes waren göttlich!
Thema: Currysoße
Na ja, diese scharfe Soßen Imbisse kennt jeder, 20 verschiedene Schärfegrade, wo man nur Ketchup schmeckt und die Wurst leider zur Nebensache wird. Das war nicht mein Konzept. Bei mir gibt es genau drei Soßen. Eine Currysoße normal, die fand ich übrigens im gleichen Laden in dem ich die Pommes gekauft habe. Die Leute kommen mittlerweile aus Nachbarorten zu uns um die leckere Wurst mit der leckeren Soße und den wunderbaren Pommes zu essen.
So wir hatten schließlich alles und führen morgen um 6 Uhr mit unserem Selbstfahrer nach Hockenheim. Mit zwei Autos natürlich, denn unsere kleine Anna, mittlerweile 1 Jahr alt will beschäftigt sein. Papi im Imbiss, Mama kümmert sich um Anna. Wir stellten uns an unsere Platz, bereiteten alles vor, was mindesten 1 Stunde dauert, Stromkabel zu kurz, aber Hilfe findet man überall. Den Markt gibt es erst seit ein paar Wochen und ich glaube wir haben 80.- Euro Umsatz gemacht bei 30.- Euro Standgebühr, aber eine durchwegs positive Resonanz über die Qualität unserer Ware bekommen. Dennoch: Wir waren jedoch nur einmal dort!
Nun bekam ich die Möglichkeit vor einem Getränkemarkt zu stehen (50.- Euro Miete am Tag) 120.- Euro Umsatz. Wir waren auch dort nur einmal, denn mir wurde schnell klar, dass diese tägliche Fahrerei von A nach B super-nervig ist. Aufbauen, abbauen. Nach Verkauf noch zwei Stunden reinigen, Fett kalt werden lassen, dann erst ablassen können, dann erst wegfahren können, schon gar nichts für meine Frau, die selbst Angst hatte mit dem großen hohen und breiten Selbstfahrer zu fahren.
Neue Strategie: Ein fester Standplatz
Schnell fand ich einen festen Standplatz über imbisskult.de in einem Industriegebiet für 600.- € Monatsmiete. Ich habe mir sehr viel davon versprochen aber es war enttäuschend. Zeitgleich hat ein anderer Imbiss in der Nähe eröffnet und außer Mittags war nicht viel los, sicherlich auch weil die LKW nicht wirklich gut parken konnten.
Die Vermieterin hat mir ihren Mietvertrag gezeigt in dem stand, dass das Gebäude für einen Imbiss zugelassen ist. Allerdings offensichtlich nicht die Parkplätze vor dem Haus auf denen ich stand, denn Gott sei Dank kam das Ordnungsamt und teilte mir mit, dass ich abends immer wieder da wegfahren muss und genau das wollte ich ja nicht mehr.
So kam ich aus dem Mietvertrag schnell wieder raus. Außerdem war die Location 30 km von zu Hause entfernt und allein aus logistischen Gründen würde ich jedem davon abraten.
Parallel hatte ich mich noch bei einem Discountmarkt direkt in unserem Ort in Mörfelden-Walldorf schriftlich beworben. Der Platz schien mir ideal zu sein. Wochenlang tat sich nach. Einen Tag nachdem der Mietvertrag im Industriegebiet gekündigt war rief mich der Marktleiter des Discounters an. Wieder Glück gehabt! Der Vermieter des Discountmarktes und ich wurden uns sehr schnell einig. Dort steht nun unser kleiner Imbisswagen, mittlerweile ein Verkaufsanhänger auf einem festen Standplatz.
Und der Selbstfahrer?
Bei einem SELGROS-Markt stand ein Imbisswagen, allerdings von außen nicht sehr einladend. Ich ging zum Marktleiter, um mich auf die Warteliste setzen zu lassen, denn mir war schnell klar, dass der Imbiss nicht lange da stehen wird, denn das äußerliche Erscheinungsbild und die Sauberkeit eines Imbisses ist das A und O. Der Marktleiter meinte zu mir, wenn ich möchte kann ich den Platz 4 Wochen ab Mitte November testen, weil er dem anderen Imbissbesitzer den Mietvertrag gekündigt habe, weil er eben nicht so sauber war.
Das Ganze geschah kurz nachdem ich den festen Standplatz bei dem Discounter bekam. Kurzer Hand entschloss ich mich dann, einen zweiten Imbiss, diesmal allerdings geleast, zu leisten. Der neue Anhänger steht nun also in Mörfelden-Walldorf und der Selbstfahrer steht noch in der Testphase beim Selgros-Markt in Neu-Isenburg.
Hier noch einige Punkte und Tipps, die mir im Laufe meiner Geschäftsgründung wichtig erschienen:
Neben der Lage, die für jedes Geschäft das Wichtigste ist, sind aus meiner Sicht Sauberkeit und Qualität das Allerwichtigste: Die neuen Kunden schauen erst, dann kaufen sie!
Versuche ohne Mitarbeiter auszukommen! Geht das nicht, kümmere dich rechtzeitig um geeignete Mitarbeiter und die notwendigen behördlichen Bescheinigungen. Mache mit den Mitarbeitern alles offiziell, sonst kannst Du unter „Druck“ gesetzt werden.
Versuche einen festen Standplatz mit ausreichendem Stromanschluss zu bekommen. Meide dann eine Gasfriteuse, denn du brauchst täglich eine 11 kg-Flasche und das macht logistisch keinen Spaß. Du musst dann umständlich Baumärkte anfahren und die Gasflaschen besorgen, denn Gas-Lieferanten sind sehr teuer. Finde jemanden, der den Imbiss anschließend reinigt, denn nach 10 Stunden im Imbiss hat man keine Lust mehr auf intensives Putzen.
Achte beim Kauf eines Selbstfahrers auf die grüne Umweltplakette. Denn meistens sind die gebrauchten Fahrzeuge schon sehr alt und erfüllen die Abgasnormen nicht und dann bekommt man Schwierigkeiten in Großstädte zu fahren.
Übrigens, bei uns war letzte Woche zum ersten Mal das Gesundheitsamt : Keine Mängel, keine Beanstandungen:
ALLES PERFEKT IN LIZA’S IMBISS!!!
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