12 – Der Umsatz & Gewinn mit einem Imbiss & Food Truck.
Hartnäckige, aber dennoch falsche Gerüchte halten sich, dass man mit einem Imbiss oder Foodtruck ganz schnell Geld machen kann. Wenn Sie bis hierhin alles gelesen haben, wissen Sie, dass dies Unsinn ist.
Auf der anderen Seite gibt es immer wieder engagierte Betreiber, die an einer stark frequentierten Stelle stehen und auf einen Jahresumsatz von über 100.000.- Euro und mehr kommen.
Bedenken Sie aber, dass sie bei solchen Umsätzen die Arbeit nicht mehr alleine bewerkstelligen können und dann Mitarbeiter benötigen, die wiederum auch Kosten verursachen.
Ich weiß: Sie wollen wissen, wie viel Tagesumsatz man mit einem Imbiss macht. Die Frage ist jedoch so komplex wie „Was kostet eigentlich ein gebrauchtes Auto?
Ihr Umsatz und Ihr Gewinn Ihres Imbisses ist abhängig:
- von Ihrem Standplatz
- von der Akzeptanz Ihres Angebotes durch die Kunden und
- von Ihrem persönlichen Einsatz (= Fleiß).
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Ganz grob: „Faktor 3“ – ziemlich realistisch!
Deshalb ist auch die Kalkulation Ihrer Waren sehr wichtig. Ein Betriebswirt könnte Ihnen nun verschiedene Kalkulationsverfahren vorstellen, die Sie vielleicht jetzt, gerade am Anfang nur verwirren. Gehen Sie den einfacheren Weg und nehmen Sie den „Faktor 3“, der in der Gastronomie verwendet wird. Streng genommen ist es der „Faktor 2,9“, aber gerade jetzt am Anfang, der Einfachheit halber runden Sie einfach auf „3“ auf.
Grob ausgedrückt heißt dies, dass der Endverkaufspreis dreimal so hoch wie der Wareneinsatz sein sollte. Dabei wird Ihre Arbeitszeit zum Herstellen der Speisen, sowie Energiekosten, Fetten, Gewürzen und dergleichen nicht berücksichtigt. Daher ist es auch entscheidend, in welchen Mengen Sie Ihre Waren bestellen, wodurch der Einkaufspreis sinkt.
Die Gewinnspannen sind in der Gastronomie sehr unterschiedlich. Während Sie bei Getränken eher weniger verdienen, machen Sie mit Ihrer Portion Pommes einen riesigen Gewinn, in diesem Fall spricht man von einer Mischkalkulation.
Die höchsten Margen werden Sie in jedem Fall mit Pommes, Kaffee und Tee machen. Auch beim Discounter gibt es das Pfund brauchbaren Filterkaffee durchaus, es muss ja nicht unbedingt die „Krönung“ sein. Ein Pappbecher Ihres Gebräues geht ab 2.- Euro als „to go“ raus. Nun rechnen Sie selbst aus, wie viele Becher Kaffee Sie aus einem Pfund herausholen können.
Beim Tee ist der Gewinn noch höher: Ein Beutelchen kostet wenige Cent (!), Sie verkaufen ihn heiß mit Zucker, Zitrone oder Milch ab 1,50.- Euro. Beim „Türken“ gibt es das Pfund schwarzer Tee ab 6 Euro aufwärts, – in durchaus guter Qualität. So können Sie Ihre Marge noch einmal erhöhen.
Orientieren Sie sich auch an den Preisen der Konkurrenz, aber versuchen Sie jetzt nicht, sie zu unterbieten, denn dies lässt Ihre finanzielle Situation gerade am Anfang nicht zu und:
Auch Sie haben Ihre laufenden Kosten!
Seien Sie auch immer freundlich und gehen Sie individuell auf die „Extra-Wünsche“ des Kunden ein, beispielsweise so:
Kunde: „Einmal Döner ohne Zwiebel und Sauce, aber mit Ketchup!“
Verkäufer: „Aber gerne doch!“ (…und dabei nicht lachen).
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Spitzenzeiten ermitteln bedeutet:
„Wann habe ich den meisten Stress?“
Die Spitzenzeiten für einen Imbiss, in denen Sie richtig Umsatz machen, sind immer von Ihrer Klientel abhängig. Haben Sie in einer Fußgängerzone viel Laufkundschaft, werden Sie immer verkaufen. Stehen Sie mit Ihrem Hähnchengrill an einer Ausfallstrasse, werden Sie das stärkste Geschäft ab Nachmittag haben, wenn die Leute nach Hause fahren. Auf Geländen von Firmen haben Sie das beste Geschäft vormittags zur Brotzeit und dann wiederum um die Mittagszeit.
Um in Ihrem Betrieb erfolgreich zu arbeiten, sollten Sie noch an folgende Tipps denken. Es sind wirklich keine Betriebsgeheimnisse, sondern eher Selbstverständlichkeiten in einer Dienstleistungsbranche.
Werbeaktionen:
Wer nicht wirbt, der stirbt (Französisches Sprichwort).
Machen Sie zeitliche Aktionen für ein bestimmtes günstiges Speiseangebot. Machen Sie bitte nicht so eine zeitlich unbefristete Aktion „Tipp des Tages: Heute Bratwurst“ wie es ein Quereinsteiger an einer stark befahrenen Straße in München Monate lang machte.
Dies ist kein origineller Tipp, sondern ein eher langweiliges Angebot, an dem man sich schnell satt sieht. Hinzu kam, dass es dort so gut wie keine Laufkundschaft gab und Autofahrer keine Möglichkeit hatten, zu halten. Die Bude schloss nach wenigen Monaten.
Den Jahreszeiten anpassen heißt auch heißer Tee im Winter und Eistee im Sommer
Bieten Sie im Winter etwas Heißes und Deftiges an, im Sommer eisgekühlte Getränke. Vielleicht brauen Sie selber einen Eistee und servieren ihn in der Hitze mit Eiswürfeln und Zitronensaft. Das bringt zusätzliches, schnell verdientes Geld in Ihre Kasse.
Einfach mehr verkaufen mit Suggestivfragen!
Reden Sie dem Gast Ergänzungen, die er vielleicht gar nicht wollte, ein wie „Mit Pommes?“ oder „Was möchten Sie trinken?“.
Oftmals fällt dem Gast bei dieser Frage erst ein, dass er ja auch etwas trinken möchte. Und oft wollen die Leute nicht knausrig sein und antworten dann mit ja.
Ihre persönliche Einstellung zu Ihren Gästen:
Mindestens ein preiswertes Angebot!
Haben Sie für den Gast, der nicht soviel Geld hat, auch ein preiswertes Angebot. Auch er wird wiederkommen, wenn es ihm geschmeckt hat…
„To go“, für die ganz Eiligen und Wichtigen…
Fördern Sie das „Außer-Haus-Geschäft“, machen Sie den Gästen klar, dass man Ihre Angebote nicht nur „auf die Schnelle“ vor Ihrem Stand essen kann, sondern auch mit nach Hause nehmen kann, wo es immer noch heiß – weil fachmännisch verpackt – wohlschmeckend verzehrt werden kann.
Das A und O: Zufriedene Gäste!
Ein Gast wird nicht wiederkommen, wenn es ihm nicht geschmeckt hat und er wird dies rein statistisch an bis zu 20 Personen weitergeben. Ein zufriedener Gast kommt wieder und wird Sie auch weiter empfehlen. Stammkunden, die Sie auf diese Art aufbauen, werden Ihre treuesten und dankbarsten Gäste sein.
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